Beispielprojekt Sambia: Schulunterricht übers Radio

Das Kurbelradio muss immer wieder aufgeladen werden. (Quelle: Jakob Studnar)

Diese Projektbeschreibung hat unsere Praktikantin Bianca Ziesche verfasst

Nicht zur Schule gehen und trotzdem etwas lernen? Klingt unmöglich, klappt für die Kinder in Sambia aber sehr gut. Sie lernen durch das Radiohören. Zu einer normalen Schule können sie nicht gehen, weil ihre Dörfer weit von der nächsten Stadt sind und sie stundenlang laufen müssten, um zum Unterricht zu kommen. Und weil die Kinder nicht zum Unterricht kommen können, kommt der Unterricht eben zu ihnen. Per Radio. Der Kindernothilfe-Partner Chikuni-Mission hat deshalb in Chikuni einen modernen Radiosender aufgebaut. Von montags bis freitags sitzen hier Lehrer für alle wichtigen Fächer am Mikrofon und halten Unterrichtsstunden ab. Und in den Dörfern rundherum hören Kinder in einfachen kleinen Schulen gebannt zu. Wenn die Stimme aus dem blauen Radio im Klassenzimmer leiser wird, springt ein Schüler auf und dreht die Handkurbel, um den Akku wieder aufzuladen.

Die Schulen sind nur ganz einfache Gebäude, hier gibt es nur aufeinandergetürmte Steine als Tische. (Quelle: Dorothea Schönfeld)Das Radioprogramm bringt den Jungen und Mädchen alles bei, was sie auch in normalen Schulen lernen würden. Und wenn ihr jetzt denkt, dass die Kinder doch niemals über ein Radio so gut lernen können wie in einer Schule, werdet ihr überrascht sein. Die Radioschüler machen die gleichen Prüfungen wie andere Kinder im Land, und viele von ihnen haben gute und sogar sehr gute Ergebnisse.

 

Wie lege ich eine Baumschule an?

Der Schüler wird diesen Setzling jetzt in ein Beet setzen. (Quelle: Jakob Studnar)In der Region Chikuni gibt es große Umweltprobleme, weil es zu wenig regnet und der Boden zu trocken ist, um etwas zu pflanzen. Die meisten Erwachsenen sind gar nicht oder nur schlecht ausgebildet und haben keine andere Chance, als mit den Ernten von ihren Feldern Geld zu verdienen. Viele sind arm, und die Kinder müssen arbeiten und Geld verdienen, um ihre Familien zu unterstützen.

 

Gartenarbeit während des Unterrichts. (Quelle: Christian Herrmanny)Der sambische Kindernothilfe-Partner Chikuni Mission betreibt inzwischen 18 Radioschulen. Und weiß die Menschen in dieser Region so arm sind und oft hungern müssen, lernen die Kinder auch noch andere Dinge übers Radio als ihr in euren Schulen: z. B. wie sie Obst und Gemüse so anbauen können, dass sie richtig gute Ernten bringen, um endlich etwas gegen den Hunger in ihren Dörfern zu tun. Sie lernen, wie sie Wälder als Schutz für ihre Gärten pflanzen können, damit Wind und Regen nicht die kostbare Erde wegschwemmen oder wegwehen. Was sie übers Radio hören, setzen sie direkt praktisch um: Sie legen in ihren Dörfern Gärten, Baumschulen, Brunnen und Teiche an, die das Regenwasser auffangen und speichern. Jede Schule hat auch einen Lehrer aus dem Dorf, der mit ihnen übt, was sie übers Radio gelernt haben. Der Kindernothilfe-Partner gibt ihnen Geräte für die Gartenarbeit, Saatgut und Unterrichtsmaterial zum Nachlesen.

Und das Tolle ist: Die erwachsenen Dorfbewohner lernen von den Schulkindern! Sie gucken sich ab, wie sie auf den Feldern säen und pflanzen, und machen es ihnen nach. Seitdem ernten sie viel mehr als früher und müssen nicht mehr hungern.

Berühmter Besuch: Shary Reeves in einer Radioschule

Shary Reeves von der Sendung „Wissen macht Ah!“ hat eine der Radioschulen besucht und hatte viel Spaß dabei! Seht selbst:

Projekt-Nr. 61391

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